Wetterlage
Weiterhin erstreckt sich hoher Luftdruck von Grönland, über Island u. den Britischen Inseln hinweg, bis zur Iberischen Halbinsel (Kerndruck bis zu 1030 hPa).
Ein Tief (Kerndruck <1005 hPa) zieht über die Nordsee südwärts u. erreicht bis Mittag die Rheinmündung.
Dabei wird zunehmend wolkenreichere, aber weiterhin kalte Arktikluft heranführen.
Es ist überwiegend stark bewölkt bis bedeckt u. nördlich der Mainlinie kommt es verbreitet zu geringen bis leichten Schneefällen. Nur lokal gibt es auch einige Wolkenauflockerungen.
Südlich der Donau bleibt es, abgesehen von Flussniederungen, vielfach gering bewölkt u. es bleibt fast hier fast überall niederschlagsfrei.
In Norddeutschland treten Sturmböen bis zu 9 Bft. auf.
Es ist weiterhin deutlich zu kalt.

Besondere Wetterereignisse
Regional (NRW)
Die Schneehöhen am Morgen betragen in ganz NRW deutlich über 10 cm.
In Köln werden bereits die Streumittel knapp.
Auf den Autobahnen in der Region Köln/Düsseldorf bilden sich nach wetterbedingten Unfällen Staus bis zu 12 Km Länge.

National
Ganz Deutschland liegt unter einer geschlossenen Schneedecke.
Heftige Schneefälle in der Nacht zum 9.1. bringen den Berufsverkehr am Morgen im Norden und Westen der BRD fast zum Erliegen.
In Niedersachsen bemühen sich 2.000 Einsatzkräfte, den Straßenverkehr aufrecht zu erhalten.
In vielen Schulen fällt der Unterricht aus.
Im Nationalpark Bayerischer Wald werden am Morgen -31,3°C gemessen.
Auf dem Chiemsee u. Bodensee beginnt sich, entlang der Ufer, eine Eisdecke zu bilden.
In Berlin wird um 9:00 Uhr erneut Smogalarm der Stufe 1 ausgerufen, kann aber bereits eine Stunde später wieder aufgehoben werden.
Auch die Smog-Vorwarnung in Nordbayern kann aufgehoben werden, nachdem die SO²-Konzentration in der Luft deutlich zurückgegangen ist.
Der Mittellandkanal wird wegen Eisbarrieren von Hannover bis zur DDR-Grenze für den Schiffsverkehr geschlossen.
Die Mosel beginnt auf einer Länge von 280 Km zwischen Diedenhofen (Frankreich) u. Koblenz zu zufrieren.
Auf Helgoland(!), Borkum u. in Bremen liegen mehr als 20 cm, in Emden sogar mehr als 30 cm Schnee.
DDR
Hier ist das Braunkohlekraftwerk Boxberg ausgefallen. Viele Betriebe müssen daraufhin ihre Produktion einstellen.
Auch andere Kohlekraftwerke klagen über Nachschubschwierigkeiten, da die meisten Kanäle zugefroren sind u. die Schifffahrt blockiert ist.

Europa
Die Metrostationen in Paris bleiben, erstmalig nach dem Krieg, in der Nacht geöffnet um Obdachlosen Asyl zu gewähren. Auch die Kirchen wollen ihre Gebäude für Schutzsuchende öffnen.
In Rom (Italien) kommt es um die Mittagszeit, bei einer Temperatur von nur +1°C, zu einem Gewitter. Dauerfrost wird aus Venedig, Ancona u. Florenz gemeldet.
In Spanien sind bisher 9 Todesopfer zu beklagen, selbst in Valencia u. Alicante werden am Morgen Temperaturen unter 0°C gemessen.
Auf den Inseln Mallorca u. Menorca liegt in höheren Lagen eine geschlossene Schneedecke. In Palma auf Mallorca wird es nicht wärmer als +8°C.
In der Schweiz werden an vielen Orten die Skiabfahrten gesperrt, weil im Falle eines Unfalls nicht schnell genug Hilfe geleistet werden kann.
In einem ca. 10 Km breiten Küstenstreifen zwischen Den Haag u. Middelburg in Holland steigen die Temperaturen über den Gefrierpunkt an.
Grund: Der Wind drehte auf NW u. führte Meeresluft heran, die sich über der noch bis zu +8°C warmen Nordsee erwärmen konnte.

Sonstiges
In der Nacht zum 9.1. wird von einem Erdbeben in der Gegend von Gubbio in Umbrien und in Macerata (Italien) berichtet.

Quelle (Auszug): ex Wetter-Almanach