Mailing von Christian Levrat von heute:

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Es gibt Tage, in die startet man mit mehr Enthusiasmus als in andere. Heute Morgen reiste ich mit dem Zug und mit einem gewissen Unbehagen nach Bern. An einer Medienkonferenz werde ich über Regeln für den Finanzplatz sprechen. Nichts aussergewöhnliches also und an sich kein Grund für ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Eigentlich sind sich alle einig: Das UBS-Debakel und der Beinahe-Zusammenbruch der Finanzmärkte dürfen sich auf keinen Fall wiederholen. Als Folge der Finanzkrise verlieren derzeit durchschnittlich 200 Personen pro Tag ihre Arbeit. Schwierige Zeiten für die Betroffenen und ihre Angehörigen! Als wäre das nicht schon genug, mussten wir Steuerzahlenden die strauchelnde UBS mit 68 Milliarden Franken vor dem Kollaps retten.

Aber bereits heute, nach einer kurzen Phase, während der die Bank-Topkader Vernunft und Seriosität gepriesen haben, geht es munter weiter mit dem Casino-Kapitalismus. Das altbekannte Argument macht die Runde, wonach eine stärkere Regulierung Gift für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Banken sei. Die bürgerlichen Paradeplatz-Hörigen im Bundeshaus nicken brav und wollen die Order ausführen. Und das obwohl sichere und eigenkapitalstarke Banken im Interesse der gesamten Volkswirtschaft sind - das heisst der Unternehmen, der Angestellten und der Steuerzahlenden.

Deshalb lanciere ich heute zusammen mit Wirtschaftspersönlichkeiten wie Nicolas G. Hayek eine gemeinsame Erklärung. Darin verlangen wir konkrete Massnahmen, die verhindern, dass der Staat im Krisenfall eine Bank retten muss, weil sie so gross ist, dass man sie im Interesse der Volkswirtschaft nicht ihrem Schicksal überlassen darf - also «too big to fail» ist.

Warum also mein Unbehagen? Zu den Unterzeichnern gehört auch Christoph Blocher. Natürlich hatte ich grosse Bedenken, mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Doch die schwere Krise zwingt mich zu diesem Tabubruch und dazu, mit dem ärgsten politischen Gegner gemeinsam aufzutreten. Denn es braucht dringend einen starken symbolischen Akt, der zeigt, wie abhängig FDP und CVP von den Grossbanken sind. Selbst wenn ich mich dafür mit Christoph Blocher an einen Tisch setzen muss. Denn ich möchte in fünf Jahren nicht den Vorwurf hören, die SP habe angesichts der Finanzkrise nicht alles unternommen, um zu verhindern, dass der Werkplatz und unsere Volkswirtschaft ein weiteres Mal für die Eskapaden der Banker bluten. In fünf Jahren ist nur noch von Belang, ob es gelungen ist, die Krise zu überwinden und den Werkplatz zu schützen. Wer im September 2009 neben wem gesessen hat, ist dann unerheblich. Und wenn Christoph Blocher heute aus opportunistischen Gründen unsere langjährigen Positionen übernimmt, so bedanke ich mich bei ihm für seine Unterstützung, die ich nicht gesucht habe und die reichlich spät kommt. Mir geht es darum, eine Mehrheit zu schaffen und die Gier einiger Banker endlich zu bremsen.

Ich hoffe, auch bei diesem Engagement für mehr Gerechtigkeit und sichere Arbeitsplätze auf Ihre Unterstützung zählen zu können.

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Da sag ich einfach nur: APPLAUS !
Uneingeschränkt, 100%

Keiner, aber wirklich keiner dieser grössenwahnsinnigen Bank-Chef-Absahner hat bisher für die unsägliche Geldgier verantworten müssen. Und im selben Stil gehts nun weiter. Glaube an die "wieder immerzu steigenden" Börsenkurse, fette Boni - während dem anderen gekündigt wird.