Brutale Ausbeutung
Bettlerinnen und Bettler fallen am Morgen scharenweise in Bern ein, verteilen sich in der Stadt und verschwinden abends wieder – spurlos. Nun zeigt sich: Die Bettelaktionen sind das Resultat minutiöser Planung. Bettler in Bern sind oft organisiert und werden teils offenbar brutal ausgebeutet.

Das bestätigt Alexander Ott, Chef der Berner Fremdenpolizei, der «SonntagsZeitung». Eine gezielte, von der Öffentlichkeit unbemerkte Aktion von Ende April erhärtete den Verdacht, den die Behörden schon länger hegen: «Die Bettler und ihre Hintermänner haben einen hohen Organisationsgrad und bedienen sich moderner Kommunikationsmittel», so Ott. Bei der Aktion wurden rund 100 Personen beobachtet und kontrolliert.

Offenbar gibt es zwei Varianten der organisierten Bettelei. Die harmlosere: «Betteltouristen» kaufen sich an einem Treffpunkt im nahen Ausland für 200 Franken eine «Tageskarte». Sie werden dafür nach Bern gefahren, erhalten am Bahnhof einen Stadtplan, auf dem die lohnenden Standorte eingezeichnet sind, und abends werden sie wieder nach Hause chauffiert.

Die zweite Variante: Menschen, darunter Kinder und Verkrüppelte, werden nach Bern gefahren, wo sie in Abständen an den Einkaufsgassen platziert werden. Dabei stehen sie unter steter Beobachtung; ihr Becher wird regelmässig von «Läufern» geleert, die das Münz in Noten umtauschen oder das Geld bei Strassenmusikern deponieren. Abends werden die Bettler in Camps nahe der Grenze zurückgekarrt. Diese Leute «verdienen» pro Tag bis zu 500 Franken.

Der Berner Polizeidirektor arbeitet wegen dieser brutalen Ausbeutung von Bettlern auf ein Bettelverbot hin, berichtet die «SonntagsZeitung».
Quelle: http://www.20min.ch/news/bern/story/26663799

Gruss
Tobias